Wie bespielst du fünf Kanäle und die Social-Media-Konten nebenher, wenn ihr zu zweit seid?
In den KMU-Kommunikationsabteilungen, die ich kenne, verantworten ein bis zwei Personen LinkedIn, Website, Newsletter, Medienmitteilungen und den Blog gleichzeitig, dazu die übrigen Social-Media-Konten. Der Inhalt ist oft derselbe, aber jeder Kanal hat eigene Regeln, eigene Längen, eigene Tonalitäten. Dann kopierst du denselben Text von Kanal zu Kanal und alles klingt gleich, oder du lässt einzelne liegen, weil die Zeit fehlt.
KI-Tools versprechen Abhilfe, verschärfen das Problem aber oft nur. Wer ChatGPT oder Claude ohne Strategie einsetzt, produziert zwar schneller – aber nicht besser. Die Texte klingen generisch, die Tonalität schwankt, und es fehlt der rote Faden zwischen den Kanälen. Das liegt nicht an der KI, sondern daran, dass die strategische Grundlage fehlt: Wer ist die Zielgruppe? Was sind die Kernbotschaften? Wie klingt die Marke?
Die Content KI stellt deshalb zuerst die strategischen Grundlagen sicher und schreibt erst danach kanalgerecht. Sie verstärkt, was das Kommunikationsteam ohnehin tut.
Wie bin ich vorgegangen?
Die Content KI besteht aus drei ineinandergreifenden Automationen, die ich auf n8n mit Claude API aufgebaut habe. Was ich hier beschreibe, läuft als Prototyp: Die Architektur steht, die Schreibanweisungen für die acht Gattungen schreibe ich gerade. Zuerst steht die Strategie, daraus ergibt sich die Stimme, und erst danach entstehen die Texte.
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1Problemanalyse und Architekturentscheid
Ich bin von der Person ausgegangen, die die Kommunikation eines KMU allein verantwortet, und die braucht vor allem die strategischen Leitplanken gleich mitgeliefert. Daraus ergab sich die Drei-Automationen-Architektur: Jeder Baustein kann eigenständig genutzt werden, aber zusammen bilden sie eine vollständige Content-Pipeline.
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2Automation 1 – Kommunikationskonzept
Die erste Automation führt dich im Chat durch die zehn Schritte, mit denen ich selbst Kommunikationskonzepte aufbaue: von der Situationsanalyse über Dialoggruppen und Botschaften bis zur Massnahmenplanung. Das Konzept wird gespeichert und fliesst automatisch in die Content-Generierung ein. Wenn du schon ein Konzept hast, lädst du es hoch, und die Automation arbeitet damit weiter.
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3Automation 2 – Markenstimme
Die zweite Automation erstellt einen Stilguide. Du lädst bis zu fünf bestehende Texte hoch, und die KI analysiert Tonalität, Wortwahl und Struktur und verdichtet sie zu einem Stilguide. Wenn du schon einen Stilguide hast, lädst du ihn stattdessen hoch. Ab diesem Punkt schreibt die Content KI in der Stimme der Marke.
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4Automation 3 – Content Creation
Die dritte Automation ist der Kern: Du gibst im Chat ein unstrukturiertes Briefing ein – Stichworte, Copy-Paste aus E-Mails, ein PDF als Anhang, alles geht. Die KI erkennt darin die einzelnen Aufgaben und ordnet sie den Textgattungen zu: Medienmitteilung, Blog, LinkedIn-Post, Newsletter-Teaser, Webseitentext, Social-Media-Post, Tweet oder Einladung zur Medienkonferenz. Für jede Gattung gibt es eine eigene KI-Instanz mit spezifischen Schreibanweisungen. Jeden Text legt dir die Automation einzeln vor, und du kannst ihn bis zu dreimal überarbeiten lassen. Am Ende steht ein sauber formatiertes Google Doc mit allen Texten.
Ich habe das Kommunikationskonzept für einen echten Case nach genau diesem Zehn-Schritte-Prozess gebaut, bevor ich ihn in Software gegossen habe – deshalb steht in der Content KI die Strategie vor dem Text.
Was hat das Projekt bisher gebracht?
Die Content KI ist heute ein Prototyp. Die Architektur steht und der Ablauf ist dokumentiert; die Schreibanweisungen für die acht Textgattungen schreibe ich gerade. Der nächste Schritt ist der funktionale Prototyp – eine Version, die ich selbst und mit ersten Testpersonen im Echtbetrieb prüfen kann. Darauf freue ich mich.
Der Prozess hat meine eigene Arbeitsweise verändert. Das Kommunikationskonzept für die Coaching-Praxis in Basel, ein anderer Case auf dieser Seite, habe ich nach genau dem 10-Schritte-Prozess erstellt, der in Automation 1 steckt. Die Content KI ist also nicht nur ein Produkt für Kundinnen und Kunden. Sie ist die Methodik, nach der ich selbst arbeite, in Software gegossen.
Langfristig will ich Organisationen mit ein bis zwei Kommunikationsleuten so weit bringen, dass sie über ihre Kanäle konsistent kommunizieren, ohne eine Agentur zu beauftragen oder sich in einem Dutzend KI-Werkzeugen zu verlieren.
Was konkret entstanden ist
- Workflow-Architektur für drei ineinandergreifende Automationen (n8n + Claude API)
- 10-Schritte-Kommunikationskonzept-Automation (interaktiv, chatbasiert)
- Markenstimme-Analyse-Automation (Stilguide aus bestehenden Texten)
- Content-Creation-Engine mit acht Textgattungen: Ablauf und Freigabelogik stehen, die Schreibanweisungen je Gattung entstehen gerade
- Funktionaler Prototyp in Entwicklung