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KI-Produkt · Eigenentwicklung

Tessera – Stein für Stein

Tessera macht aus jeder erledigten Aufgabe einen Mosaikstein, der ein persönliches Zielbild Stück für Stück in Farbe bringt: Du siehst am Abend, was du geschafft hast. Der Prototyp läuft als einzige HTML-Datei, ohne Backend, gebaut mit KI.

Juni 2026 – laufend
Eigeninitiative · Build in Public
Konzept, Design & Entwicklung mit KI
Kategorie
KI-Produkt · Prototyp
Zeitraum
Juni 2026 – laufend
Rolle
Konzept, Design & Entwicklung mit KI
Status
In Entwicklung (v1)
Ausgangslage

Warum eine To-do-Liste das Falsche zeigt

Am Abend sieht eine To-do-Liste fast immer gleich aus: ein paar Haken oben, darunter eine lange Spalte von allem, was liegengeblieben ist. Sie misst nicht, was geschafft wurde – sie zählt, was fehlt. Für Menschen mit ADHS, die den Einstieg in Aufgaben schwer finden, aber auch an ganz normalen chaotischen Tagen, gibt das mehr Druck als Halt.

Tessera dreht diese Beweislast um: Jede erledigte Aufgabe wird zu einem Mosaikstein, der ein persönliches Zielbild Stück für Stück in Farbe bringt, festgehalten per Sprachnachricht, auch auf Schweizerdeutsch, auch abends auf dem Sofa, auch wenn der Tag schiefging. Dahinter steckt ein Prinzip aus der Verhaltensaktivierung: Wer sieht, was ihm gelungen ist, fängt eher wieder an. «Tessera» ist lateinisch für den einzelnen Mosaikstein.

1 Datei
Das Produkt steckt in einer HTML-Datei, die auf deinem Gerät läuft
3 Eingabewege
Sprachnachricht, Tippen oder von Hand – auch ganz ohne KI
6 Lebensräume
Wohnraum, Freunde, Familie, Hobbys, Arbeit, Körper
Vorgehen

Wie ich Tessera mit KI gebaut habe

Den ersten lauffähigen Prototyp baute ich an einem einzigen Tag – im Gespräch mit Claude, der KI, mit der ich auch programmiere. Getragen hat den Tag aber die Vorbereitung, und zwar in vier Schritten, die sich seither bewährt haben:

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    Erst den Rahmen, dann den Code

    Bevor eine Zeile entstand, standen ein klarer Markenleitfaden, ein sauberer Produkt-Onepager und feste Arbeitsregeln. Dazu zwei Logbücher: eines hält fest, was gebaut wurde, das andere, wie – und an welchen Sackgassen ich mich verrannt habe. Jede grössere Änderung wurde vorab in einen Plan zerlegt, den ich sehen und korrigieren konnte, bevor etwas entstand.

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    Die Haltung in Mechaniken übersetzen

    Der Kern war schnell klar, die Mechanik brauchte länger. Drei Details tragen die Haltung: das goldene Teil (es belohnt den Anfang, egal wie klein die Aufgabe war), das Comeback-Teil (wer nach einer Pause zurückkommt, bekommt dafür ein eigenes Teil; Tagesserien, die reissen können, gibt es nicht) und der Trotzdem-Modus (an miesen Tagen ist die Aufnahme selbst das Teil: ein dunkler Stein mit goldener Naht, der Kintsugi-Idee nachempfunden).

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    Das Wachsen spürbar machen

    Ein gesetztes Teil muss bleiben, wo es ist, damit das Bild über die Wochen wächst. Dafür habe ich das Mosaik so umgebaut, dass jeder bereits gesetzte Stein an seinem Platz bleibt, wenn ein neuer dazukommt, und eine Reveal-Animation gebaut, in der jeder neue Stein gross erscheint und in seine Zelle fliegt. Dazu kamen Dunkelmodus («Galerie bei Nacht») und Mehrsprachigkeit (DE/EN).

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    Prüfen – und das Falsche weglassen

    Die Logik habe ich durchgehend ohne Browser verifiziert; nur die Animation blieb visuell abzunehmen. Und der prominenteste Vorschlag aus meinem eigenen Auftragsdokument hätte ausgerechnet den Fehler zurückgebracht, den ich kurz zuvor behoben hatte – also habe ich ihn als Widerspruch markiert und gestrichen. Seither prüfe ich jedes Auftragsdokument selbst, bevor ich es der KI gebe.

Die KI ist schnell und willig, aber sie übernimmt die Klarheit, die ich ihr gebe, und ebenso meine Unklarheit.

Ergebnisse

Was dabei herausgekommen ist

Tessera ist heute ein Prototyp (v1) als Progressive Web App, und ich benutze sie selbst. Das ganze Produkt steckt in einer einzigen HTML-Datei: kein Server, kein Konto, alle Daten und der API-Schlüssel bleiben auf dem Gerät. Das drückt die Betriebskosten gegen null und ist zugleich die ehrlichste Antwort auf die Datenschutzfrage, denn was nie hochgeladen wird, kann auch nicht abhandenkommen.

Bauen mit KI ist Kommunikationsarbeit: Was ich vorher sauber formuliere, muss ich nachher nicht improvisieren, und die Fehler, aus denen ich am meisten gelernt habe, waren Urteilsfragen und keine Technikfragen. Wie das im Einzelnen lief, erzähle ich im Building-in-Public-Standpunkt zu Tessera.

Was entstanden ist

Was konkret entstanden ist

  • Ein Prototyp, der im Browser läuft – eine einzige HTML-Datei, kein Server dahinter
  • Drei Eingabewege: Sprachnachricht (CH-Dialekt-tauglich), Tippen oder von Hand
  • Sechs Lebensräume mit zwei Modi: wachsendes Mosaik oder fixe Anzahl
  • Ein Mosaik, in dem jeder gesetzte Stein liegen bleibt, während das Bild wächst
  • Dunkelmodus, Mehrsprachigkeit (DE/EN) & «Animationen reduzieren»
  • Ein Journal, ein gestalteter Arbeitsbericht und ein Export, mit dem du deine Daten jederzeit mitnimmst