Wenn KI auf Bewerbungen trifft, denken die meisten zuerst an die Flut: hundert generierte Briefe pro Tag, austauschbare Floskeln, Personalabteilungen, die ihrem Eingangskorb nicht mehr trauen. Die Sorge ist berechtigt. Genau deshalb habe ich ein Werkzeug gebaut, das den umgekehrten Weg geht.
Setzling baut aus Lebenslauf, Arbeitszeugnis und einem Stelleninserat ein Bewerbungsdossier, wie es in der Schweiz üblich ist, und die KI darf dabei keine Tatsache behaupten, die sie nicht belegen kann. Wie du Zugang zum Werkzeug bekommst, steht im Case.
Worum es hier geht
- Belegbindung: Jede Tatsache im Anschreiben stammt aus deinem Zeugnis, deinem Lebenslauf oder deiner eigenen Auskunft; eine eingebaute Prüfung fängt ab, was ohne Beleg dasteht.
- Ehrlicher Fit: Die Abdeckungs-Prüfung zeigt Lücken, statt sie mit Schlüsselwörtern zu überkleben – und Massenversand gibt es bewusst nicht.
- Zum Weitergeben: Vier Infoblätter als A4-PDF – für RAV-Stellensuchende, RAV-Fachpersonen, ambitionierte Stellensuchende und Arbeitgeber.
Die Regel: keine Tatsache ohne Beleg
Setzling liest zuerst, was da ist: dein Zeugnis, deinen Lebenslauf, deine eigenen Auskünfte. Nur aus diesem Material entsteht das Anschreiben. Jede Tatsachenaussage hängt damit an einer Quelle, die du selbst benennen kannst.
Natürlich darf ein Brief Motivation zeigen. Dass du etwas willst und dir eine Aufgabe liegt, gehört dazu, und dafür bist du selbst die Quelle, weil solche Sätze an deinen eigenen Auskünften hängen. Die Grenze verläuft bei überprüfbaren Fakten: Findet die eingebaute Prüfung einen Abschluss, eine Zahl oder ein Zertifikat ohne Quelle, baut Setzling den Satz um, bevor du den Entwurf überhaupt siehst.
Die einzige harte Grenze: nie eine falsche Tatsache behaupten. Alles diesseits davon dient dem Ziel – mehr echte Einladungen.
Die Regel ist grosszügig gegenüber Zuversicht und streng gegenüber Erfindung. Diese Mischung macht die Briefe stärker, weil kein Satz drinsteht, den eine Nachfrage zu Fall bringt.
Warum es gut ist, dass eine KI das macht
Die Technologie, die für erfundene Fakten berüchtigt ist, schreibt hier den ehrlicheren Brief. Ein Mensch unter Druck rundet auf – aus «mitgearbeitet» wird «geleitet», aus drei Monaten wird ein Jahr. Eine KI, die nur aus belegten Aussagen bauen darf, kann das nicht. Ehrlichkeit ist hier keine Charakterfrage, sondern eine Systemeigenschaft.
Dazu sucht Setzling den ehrlichen Fit, also die Stelle, zu der die belegten Fakten passen. Die Inserat-Analyse vergleicht, was die Stelle verlangt, mit dem, was belegbar da ist. Die Abdeckungs-Prüfung schaut, ob die Anforderungen inhaltlich abgedeckt sind, so wie es die Software tut, mit der Firmen Bewerbungen vorsortieren; Lücken bleiben sichtbar, statt hinter Schlüsselwort-Tapeten zu verschwinden. Einen Massenversand gibt es nicht, weil jede Bewerbung einzeln entschieden und einzeln gebaut wird.
- Für Stellensuchende: Die Einladung, die kommt, ist eine echte – im Gespräch hält jeder Satz des Briefs stand.
- Für Arbeitgeber: Was im Dossier steht, hat die Person gesehen und selbst abgeschickt; das Zeugnis liegt unverändert im Original bei, und das Kandidatenblatt stellt die Anforderungen des Inserats offen gegen die Belege – abgedeckt, teilweise oder offen.
- Fürs RAV: Setzling trägt die gesendeten Bewerbungen ins amtliche Formular ein, und nur diese.
Ein ehrlicher Fit rechnet sich für alle drei Seiten, weil eine Fehlbesetzung den Betrieb, die bewerbende Person und die Beratungsstelle je einen neuen Anlauf kostet.
Vier Perspektiven, vier Blätter
Dasselbe Werkzeug sieht je nach Standort anders aus: Wer beim RAV gemeldet ist, hat andere Fragen als eine HR-Leiterin. Darum gibt es Setzling viermal erklärt, als je ein A4-Blatt zum Herunterladen und Weitergeben. Jedes Blatt praktiziert selbst, was das Werkzeug verspricht: Behauptungen tragen Quellen-Marken, die Fussnote weist sie aus.
Die Blätter dürfen frei weitergegeben werden, im Beratungsgespräch wie an die Geschäftsleitung.
Ehrlich bleibt der Vorteil
Beim Bau von Setzling habe ich gelernt, dass ein Brief so stark ist, wie er glaubwürdig ist. In einem Eingangskorb voller austauschbarer KI-Briefe fällt das eine Dossier auf, dem man glauben kann.
Setzling ist im Aufbau: Manches ist fertig, anderes entsteht gerade, und den ehrlichen Zwischenstand erzählt der Case. Wenn du beim RAV arbeitest oder Menschen im Bewerbungsprozess begleitest, zeige ich dir das Werkzeug gerne in einer geführten Demo ohne echte Personendaten. Dafür reicht eine kurze Nachricht.